Nach einem intensiven Auswahlverfahren landeten drei Hersteller auf der Shortlist, die eingeladen wurden, in einem
Proof-of-Concept einen Business Case darzustellen. Hier konnte Board gemeinsam mit dem Implementierungspartner better decisions group (bdg) überzeugen und erhielt den Zuschlag.
Christian Zirk erklärt:„Es gab mehrere Punkte, die den Ausschlag für Board gaben. Zum einen hatte Board die technisch ausgereifteste Lösung. Neben der notwendigen Performance bietet Board Funktionen wie BEAM (Board Enterprise Analytics Modelling) für Simulations- und Datenvorhersagefunktionen, die Predictive und Advanced Analytics auf der Basis intelligenter Algorithmen ermöglichen. Zum anderen bewies das Board-Team bei der Präsentation des Business Case, dass sie über große Erfahrung im Bereich des Einzelhandels verfügen. Das gab uns ein gutes Gefühl, dass wir den richtigen Partner an der Seite haben.“
Für EDEKA war es auch wichtig, dass sich Board als On-Premise-Lösung installieren ließ. Sensible Daten, die z.B.
Rückschlüsse auf die Einkaufspreise zulassen, sollten nicht in die Cloud geladen werden. Zudem verfügt EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen über ein eigenes Rechenzentrum, dass sich perfekt eignet, um die Lösung im eigenen Haus zu hosten. Dabei stellt die IT die Hardware, während das Controlling die inhaltliche Verantwortung für das Management Informations-Systems (MIS) übernimmt, das jetzt durch die Board-Plattform abgebildet wird.
Aus diesem Setting wird schon deutlich, dass EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen großes inhaltliches, aber auch technisches Know-how im Controlling hat. „Wir haben eine eigene Entwicklungsabteilung im Controlling, die sich um die technische Umsetzung kümmert. Deshalb war es naheliegend, dass wir uns für die Umsetzung der Projekte im Coaching-Modell entschieden haben“, erzählt Christian Zirk.
Bei diesem Ansatz unterstützt das Professional Service Team von Board bei der Einführung und schult gleichzeitig die Mitarbeiter, sodass das Unternehmen sehr schnell eigenes Wissen aufbauen kann. Dann ist der Kunde in der Lage, neue Anforderungen eigenständig auf der Board-Plattform umzusetzen. „Unser Ziel ist eine Integrierte Business- und Retail-Planung mit umfassendem Reporting und tiefgreifenden Analysemöglichkeiten, um schließlich die Prozesse zu verbessern“, ergänzt Christian Zirk.
Begonnen hat EDEKA Nordbayern-Sachsen-Thüringen damit, die GuV-Planung sowie die Großhandelsplanung in
Board aufzubauen. Hier lag der größte Bedarf, da die bisherige Lösung an ihre Grenzen gestoßen war. Das Großhandelswarenwirtschaftssystem liefert Daten bis auf den einzelnen Artikel hinunter. Damit lässt sich der Einkauf bis auf Artikel-Ebene planen. Es ermöglicht u.a., dass die Verantwortlichen auch Sonderfälle analysieren können, wie Bruch am Lager.
Parallel wurde das Reporting aufgebaut. Hier gibt es einen engen Austausch mit der Planung, so dass immer
wieder Ideen vom Reporting in die Planungsanwendungen einfließen.
Ein weiterer, sehr wichtiger Bereich, der sehr schnell auf die Board-Plattform übernommen wurde, ist die Logistik. Hier wird die Belieferung der fast 900 Märkte geplant. Dies geschieht auf Stück- oder Colli-Ebene. Die neue Lösung erlaubt nicht nur eine flexible und schnelle Planung, sondern auch die immer aktuelle Feststellung des Service Grads: Wie viel haben die Märkte bestellt? Wie viel ist bereits vor Fälligkeit geliefert worden? Wie viel der bestellten Lieferung kommt am erwarteten Liefertag an? Da Board die einfache Kommentierung der Planzahlen ermöglicht, bekommen die Märkte auch die Gründe für eventuelle Verzögerungen direkt angezeigt.
Ein Feature der Board-Plattform hat es Christian Zirk besonders angetan: Die Geomap-Funktion.
„Wir haben alle Kassensysteme der Märkte angebunden. Mit Hilfe des Geomapping können wir sehr gut die Umsätze in den Märkten und Regionen darstellen und sehen, wo wir besonders erfolgreich sind. Wir können Neueröffnungen von Märkten monitoren und analysieren, wie der neue Markt läuft und welchen Einfluss er auf andere Märkte in der Region hat.“
Die Palette der Einsatzmöglichkeiten von Board ist noch lange nicht abgeschlossen. Als nächstes soll die Mietplanung für die Immobilien in Board aufgebaut werden. Dazu gehört auch die Mietvertragsverwaltung für die Märkte, die in Excel zu unübersichtlich geworden ist. Aber auch Investitionsplanung im Zusammenspiel mit dem Asset-Manager von SAP steht auf dem Plan.
Viele neue Ideen und Anforderungen kommen von den bisher etwa 220 Nutzern, die begeistert sind von der Performance und den Möglichkeiten, die ihnen Board bietet. Christian Zirk berichtet: „Die User überhäufen uns mit neuen Ideen. So kann der Einkauf die fakturierten Umsätze sehen, die zudem in schnell erfassbaren Diagrammen angezeigt werden. Darauf aufbauend wünschen sich die Nutzer, dass sie weitere Zahlen und Informationen hinzufügen können. Oder Bereiche, die bislang die Daten in Excel hin und her bewegt haben, möchten ihre Daten ebenfalls in die Plattform integrieren. Sie fragen, wann wir neue Vorsysteme anbinden können. Auch die Mitglieder der Genossenschaft sind sehr interessiert und kommen mit konkreten Vorschlägen, welche Themen wir neu aufnehmen können.“
Bei der Frage, welche Hürden es im Projekt gab, muss Christian Zirk lange nachdenken: „Es lief und läuft eigentlich sehr gut. Board ist sehr komfortabel, aber natürlich ist die gesamte Struktur zunächst etwas anders als beim vorherigen System oder im SAP. Daran muss man sich gewöhnen und sich anpassen. Allerdings ist das Projektteam rund um Board und den Implementierungspartner bdg sehr hilfsbereit. Das ist wirklich eine prima Zusammenarbeit, sowohl mit Board als auch mit bdg.“