Die Arbeit der bdg Consultants fand zunächst in einer Phase der Umorganisation innerhalb von Siemens statt. Dies brachte einige besondere Herausforderungen mit sich. Unter anderem wechselte die Zuständigkeit für das Projekt zu einem anderen Organisationsbereich bei Siemens Energy; die Entscheidung, Jedox als Software für die datenbankgestützte Kostenkalkulation zu verwenden, musste daraufhin erneut bestätigt werden. bdg und Jedox konnten dabei abermals erfolgreich überzeugen.
Siemens Energy und bdg setzten nun ein agiles Projektteam auf und etablierten Zusammenarbeitsprozesse, um gemeinsam die maßgeschneiderte Softwarelösung in Jedox zu realisieren und weiterzuentwickeln. Als Kernteam fungierten der Projektleiter und die Product Owner der betroffenen Gewerke. Daneben wurden die zukünftigen Nutzer des Systems, Fachangebotsleiter und Kostenkalkulatoren, von Anfang an in die Entwicklung einbezogen. So konn-ten alle Anforderungen umfassend berücksichtigt werden, und die Akzeptanz der Anwender für das neue System wurde von vornherein gefördert.
Der Umfang der Datenbanklösung umfasst diverse mechanische und elektrische Komponenten und Systeme. Daneben werden aber auch Anfragen bei Lieferanten und vergleichbare Procurement-Prozesse aus dem Bereich SCM (Supply Chain Management) eingebunden.
Als Vorgehensmodell im Projektmanagement wählte das Projektteam, abgestimmt mit den Facheinheiten, ganz bewusst den agilen SCRUM-Ansatz. Dabei wird die Entwicklung in Zyklen aufgeteilt. Für jeden Entwicklungszyklus, den sogenannten Sprint, wurden im Vorfeld Zwischenziele durch die Product Owner definiert. Während des Sprints setzten die Entwickler und Consultants von bdg die Ziele um. Zwischendurch anfallende Aufgaben wurden in einen Arbeitsvorrat aufgenommen, den sogenannten Backlog. Zum Abschluss eines Sprints stellte bdg die Ergebnisse vor, die vom jeweiligen Product Owner abgenommen wurden. Unfertige oder nachzubessernde Funktionen wurden in den nächsten Sprint transferiert. Dieses Vorgehen entspricht den Best-Practice-Erfahrungen von bdg und Siemens Energy und kann von dieser Seite aus mit viel Detailwissen hinterlegt werden.
Durch die regelmäßigen Abstimmungen können die Beteiligten an bereits erstellten MVPs (Minimum Viable Products) testen. Diese Vorgehensweise erleichtert die Abstimmung zwischen Product Ownern und Entwicklern erheblich, da die Tester ständig handlungsrelevantes Feedback generieren. Als Nebeneffekt kann das Projektteam Teillösungen frühzeitig in die operative Nutzung überführen. Statt eines monolithischen Tools, das für alle Nutzer erst nach kompletter Fertigstellung gleichzeitig zur Nutzung freigegeben wird, entstehen also kontinuierlich Teilmodule, die sukzessiv für die Endanwender nutzbar sind. Während des Projektes bildete die Elektrotechnik dabei die „Speerspitze“. Hier wurden die ersten operativen Erfahrungen gesammelt, die dann wiederum in den Entwicklungszyklus zurückgespielt wurden. Ein Vorgehen, das sowohl der Elektrotechnik selbst als auch den anderen Gewerken zugutekam. Diese interdisziplinäre Arbeitsweise hatte auch den durchaus erwünschten Effekt, dass sich ein verbesserter Informationsaustausch zwischen den Gewerken etablieren konnte, der bei den bisherigen Excel-Insellösungen nicht in diesem Umfang stattgefunden hatte. So ermöglichte das neue System ein verstärktes Best Practice Sharing.
Aus den bereits entwickelten Teillösungen konnten Vorlagen für neue Kalkulationsmodule abgeleitet werden. Auf diese Weise entstand ein „Werkzeugkasten“ mit Siemens-spezifischen Templates, auf die nachfolgende Projekte zurückgreifen können. Die Folge: Eine kontinuierlich steigende Effizienz in der Entwicklung.
Die Experten der bdg schulten die Systemnutzer schon während der Entwicklung und später an den fertiggestellten Teillösungen der Applikation. Dadurch wurde auch die Beteiligung der Systemnutzer am Entwicklungsprozess selbst verbessert. Neben Powerusern, die nach eingehender Einarbeitung selbst an der Entwicklung mitwirken können, werden auch End User geschult, die lösungsspezifische Kenntnisse erwerben, ohne selbst zu entwickeln.
Siemens ist ein internationaler Großkonzern mit Matrixorganisation. Innerhalb der Konzernstruktur zu navigieren und eine zielorientierte Kommunikation zu gewährleisten, war anfangs eine herausfordernde Aufgabe für die bdg Consultants. Die zuvor erwähnte Umstrukturierung führte zu wechselnden Verantwortlichkeiten innerhalb des Unternehmens und wechselnden Ansprechpartnern in einem Projekt, bei dem viele Detailfragen geklärt werden müssen, sind dies besonders große Herausforderungen.
Durch eine partnerschaftliche und intensive Zusammenarbeit konnte eine Kommunikationskultur etabliert werden, welche nachhaltig zu dem Projekterfolg beigetragen hat. Siemens Energy und bdg bauten das gemeinsame Team gezielt auf, das Engineering legte Ansprechpartner und klare Projekt-Ownerships fest und versorgte die Entwickler von bdg mit allen nötigen Informationen. Die Zusammenarbeit mit den Ingenieuren verlief herausragend.
Die hier benötigten Daten sind hochspezifisch, ein umfangreicher Wissensaustausch ist also unbedingt notwendig. bdg baute Consultant-Teams auf, die mit Siemensspezifischem Prozess- und Systemverständnis überzeugen. Die Spezialisten von Siemens Energy waren bereit, mit Geduld und Tiefgang ihre Arbeit zu erklären. So konnten die IT-Experten von bdg ihre Qualität voll entfalten und sich in die spezifischen Siemens-Themen einarbeiten.
Als vorteilhaft erwies sich dabei die fachlich breite Aufstellung der Consultants – mehrere haben einen ingenieurstechnischen Hintergrund. Eine starke Vertrauensbasis und gegenseitige Wertschätzung haben zusätzlich positiv auf den Verlauf des Projekts gewirkt, während der Entwicklung wie in der eigentlichen Anwendung und im Training. Die kooperative Vorgehensweise war für die bdg ein entscheidender Faktor für die Etablierung als starker Siemens Energy Geschäftspartner.