WSSI – Prozessoptimierung im Einzelhandel

Geschwindigkeit ist häufig der Schlüssel zum Erfolg. Wer – auf Datenbasis – schneller entscheidet, erzielt erwiesenermaßen bessere Ergebnisse. Nur … in Branchen wie dem Einzelhandel wird akribisch vorausgeplant. Passt das zusammen? Ja! Ein WSSI-Tool ist die Lösung.

Schneller entscheiden, besser entscheiden!

Im Herbst 2020, buchstäblich zwischen zwei Lockdowns, marschierte ich in ein Kaufhaus, um ein paar einfache Sportgeräte fürs Homeoffice zu erwerben. Hätte ich das auch online erledigen können? Klar! Aber wer lässt sich denn gern Hanteln mit der Post schicken? Außerdem wollte ich den lokalen Einzelhandel unterstützen. Das Problem war nur: im Kaufhaus gab es keine Hanteln. Auch keine Gewichte, keine Hometrainer, nicht einmal Springseile – leergekauft und kein Nachschub. Entweder hatte das (inzwischen insolvente) Kaufhaus es versäumt die steigende Nachfrage zu antizipieren, oder die leeren Regale waren eine bewusste Entscheidung – dann muss die Alternative wohl noch schlechter ausgesehen haben.

Ein WSSI-Tool hätte vielleicht geholfen.

Wofür steht WSSI?

WSSI steht für Weekly Sales, Stock and Intake (wöchentliche Verkäufe, Bestände und Warenaufnahme) und beschreibt im Kern eine wöchentliche Bestands- und Planungsanalyse mithilfe moderner Software. WSSI-Tools sind in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Anders in Großbritannien: Hier ist es auch für kleinere und mittelgroße Einzelhändler ein bekanntes und wichtiges Tool.

WSSI – einfach erklärt

Ein WSSI-Tool ermittelt aus Daten der Verkäufe, Absatzprognosen und Bestandsprognosen wöchentlich das Open-To-Buy (OTB)-Budget sowie freie Lagerfläche und erzielte Margen. Es errechnet beständig aus den historischen Daten des letzten Jahres Prognosen für die operative Planung, gleicht sie mit den aktuellen Daten ab, passt an und generiert schließlich ein Dashboard mit allen relevanten Kennzahlen, von dem aus das Merchandising-Team die aktuelle Situation überwachen und steuern kann – und das jede Woche.

WSSI – Prozessoptimierung im Einzelhandel

In-Season-Planung in Echtzeit

Hierin liegt die Stärke des WSSI. Durch weitgehend automatisierte Prozesse verringert sich der Aufwand für die In-Season Planung erheblich. Der strategische Fokus kann dann auf schnelle Reaktionszeiten gelegt werden – ein riesiger Vorteil, wenn die akribische Planung der Vorsaison an veränderte Umstände angepasst werden muss. Dazu kommt, dass WSSI eben auch in der Saisonplanung Zeit spart und dadurch Freiräume schafft, zum Beispiel für Trendanalysen oder das Simulieren von Szenarien – was wiederum die In-Season Performance verbessert. Diese Kombination aus Datenaggregation, Prognose und Simulation erlaubt In-Season Planung in Echtzeit.

Weil Pläne sich ändern

Zugegeben, dass die Nachfrage nach Home-Sportgeräten steigen wird, wenn alle Sportanlagen schließen, können gute Warenplaner durchaus vorhersehen. Dennoch: Während die Kunden es gewohnt sind, jedes beliebige Produkt in wenigen Tagen in Händen zu halten, haben Einzelhändler auf der ganzen Welt im letzten Jahr lernen müssen, mit beispiellosen Situationen umzugehen. Ein WSSI-Tool befähigt sie, auf jede Veränderung sofort zu reagieren und mit besseren Entscheidungen für volle Regale und gute Margen zu sorgen.

Merchandise Financial Planning und WSSI – Retail Planning mit bdg

Klar: Ein WSSI-Tool allein kann schon einen hohen Mehrwert generieren – vor allem für Unternehmen, die bisher überwiegend mit Excel Datasheets planen. Wirklich spannend ist es aber für wachstumsorientierte Retailer, die auf Skalierung setzen. Denn eine WSSI-Applikation kann Bestandteil einer umfassenden Retail-Planungslösung sein, wie die bdg | Retail Suite sie bietet. Hier können Planungsmodule, etwa für das gesamte Merchandise Financial Planning, die Sortimentsplanung (Assortment Planning) und eben auch für WSSI, nach Bedarf kombiniert und implementiert werden. Die Anbindung von Vorsystemen ist problemlos möglich. Und das Beste: Die Module der bdg | Retail Suite können Teil einer umfassenden, integrierten Unternehmensplanung werden, in der z.B. auch Finance und HR mit entsprechenden Modulen eingebunden werden.

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