Was ist eigentlich integrierte Unternehmensplanung?

Integrierte Unternehmensplanung … „integriert“ ist ja wieder so ein Wort, das alles und nichts bedeuten kann. Zeit, da mal ein bisschen nachzulegen. Was meinen wir damit und wie kann eine integrierte Unternehmensplanung aussehen?

Was ist eigentlich integrierte Planung? TLDR;

Integrierte Planung beschreibt schlichtweg die Verbindung von Planungsabläufen in verschiedenen Bereichen. Das Problem kennen wir aus dem Alltag. Beispiel Einkauf: Sie machen eine Einkaufsliste, sozusagen einen Warenplan, kaufen alles ein und stellen dann fest, dass Sie im Kofferraum nicht genug Platz haben, weil da noch die Sporttasche drin liegt. Also stopfen Sie rum wie blöde.

Wäre doch cool, wenn die Einkaufsliste Ihnen sagen würde, dass der 30kg Halloween-Kürbis im Kofferraum keinen Platz mehr findet, oder? Und stellen Sie sich vor, die Liste würde gleich noch berechnen, ob auch im Kühlschrank genug Platz ist, was das alles kostet, wie es in Ihr Haushaltsbudget passt und wer bei der Rückkehr zu Hause ist, um beim Auspacken zu helfen und ob Sie und Ihre Familie überhaupt so viel Kürbissuppe essen können.

Integrierte Unternehmensplanung will genau das erreichen – halt für Unternehmen.

Integrierte Unternehmensplanung

Integrierte Unternehmensplanung, gelegentlich auch ganzheitliche oder holistische Unternehmensplanung setzt, im Gegensatz zum Beispiel oben, einen relativ klaren Bezugsrahmen. Die Planungszusammenhänge müssen immerhin organisatorisch machbar, gesetzestreu wirtschaftlich und hilfreich sein – entsprechend ergibt sich in der Regel eine klare Hierarchie hinsichtlich der erwünschten Integrationen … was nicht heißt, dass nicht alles integriert werden kann oder sollte – nur nicht alles zugleich.

1. Finance

„Ohne Knete keene Fete“ deshalb sollte die Finanzplanung als erste mit einer Planungsapplikation ausgestattet werden. Schließlich muss ja alles irgendwohin integriert werden. Die Finanzabteilung muss als „Herz des Unternehmens“ alle Bereiche erreichen – ist deshalb perfekt geeignet. Eine BI- oder EPM-Lösung verschafft Finanzcontrollern den nötigen Überblick und validiert die Finanzdaten, was für sich genommen schon einmal enorm hilfreich ist, gleichzeitig bildet dieses Vorgehen aber auch die Basis für eine integrierte Unternehmensplanung.

2. Human Resources / People Operations

Wir empfehlen meist, die Personalabteilung bei der Integration an zweite Stelle zu setzen. Und nein, wir stoßen mit unserer Empfehlung nicht immer auf Jubel. Der Hintergrund ist folgender: HR-Abteilungen sind notorisch unterdigitalisiert, der ROI ist in diesem Bereich deshalb besonders groß, vor allem weil Personal häufig die größte Kostenstelle ist. Außerdem ist der Personalbestand das Rückgrat jedes Unternehmens, eine flexible Personalplanung mit Forecasts und einer Vakanzplanung wirkt sich – ähnlich wie finance – auf nahezu alle Unternehmensprozesse aus. Trotzdem bevorzugen viele Unternehmen es, zunächst Kernprozesse zu digitalisieren, am Ende ist es eine Philosophiefrage – sind Ihre Positionen redundant besetzt, haben Sie keine Vakanzen und Personalausfälle sind für Sie kein Problem? Dann beginnen Sie ruhig mit der Digitalisierung Ihrer …

3. Kernprozesse

Je nach Branche sollten jetzt die Kernprozesse in die bestehenden Lösungen integriert werden. In der produzierenden Industrie bietet sich hier eine umfassende Beschaffungsplanung an, im Einzelhandel ein dediziertes Merchandise Financial Planning auf Wochenbasis (WSSI). Auch Lösungen für das Supply Chain Management (SCM), die Produktion oder den Vertrieb sollten Sie in Betracht ziehen. Die Integrierte Unternehmensplanung will hier vor allem Medienbrüche und Insellösungen abbauen und die berühmte Schnittstelle bilden. Ein Ergebnis könnte beispielsweise die automatische Kostenkalkulation im Angebotsprozess sein – als Vertriebslösung mit Daten aus der Beschaffungsplanung und dem SCM. In der Energiebranche und generell in vielen Vertragsbasierten Modellen unterstützt eine Planungs- und Analyseplattform Sie zum Beispiel mit einer Kohortenanalyse beim Churn-Management.

Warum überhaupt in Einzelschritten?

Ambitionierte Digitalisierungsprojekte brauchen ihre Zeit. In 15 Jahren Implementierungsarbeit haben wir gelernt, wenn Teilbereiche der Lösung bereits zur Anwendung freigegeben werden, bevor die Gesamtlösung fertiggestellt wird, sind Anwender stärker eingebunden. Projekte mit bdg haben auch deshalb in der Regel sehr gute Adoptionsraten. Anwender lernen, noch während der Implementierung, mit Teilbereichen der Lösung zu arbeiten – von da aus fällt es natürlich leichter, neu angebundene Datensysteme zu erforschen, ohne von einem Funktionsüberfluss erschlagen zu werden.

integrierte Unternehmensplanung

Advanced: Planbeispiel für integrierte Unternehmensplanung

Angenommen, Sie haben mit Ihrem Unternehmen eine integrierte Unternehmensplanungs-Lösung aufgebaut. Wie würde eine Planung aussehen?

Vielleicht knüpfen wir an das Einkaufsbeispiel vom Anfang an, nur aus der anderen Sicht, der des Einzelhandelsunternehmens, bei dem Sie Ihren 30kg Halloween-Kürbis gekauft haben.

Sie sitzen also im Management dieses Einzelhändlers und stellen fest: Da ist ein blinder Fleck auf der Karte in einem aufstrebenden Stadtteil, wo Ihr Unternehmen definitiv eine Präsenz haben sollte. Nun planen Sie die Errichtung eines neuen Standorts von Null auf Hundert.

Erster Schritt: Marktforschung. Sie finden heraus, wie groß Ihr Standort sein muss, um die Region zu bedienen. Dann schauen Sie in Ihre Applikation und suchen einen bestehenden Standort vergleichbarer Größe. Die Applikation zeigt Ihnen direkt alle wichtigen Daten zum Standort, wie viel Personal arbeitet dort? Wie sieht die GuV aus? Welche Beschaffungspläne liegen vor und wie wird der Standort beliefert?

Für den Anfang können Sie den neuen Standort getrost mit den gleichen Daten beplanen – dann müssen Sie nur Einzelheiten anpassen. Beginnen wir mit der Personalplanung. Sie planen also, wie viele Angestellte der Standort haben soll und in welchen Gehaltsbändern die Personalkosten liegen, beziehungsweise in welchen Tarifklassen. Die errechneten Kosten werden sofort und automatisch in Ihre Finanzplanung zum Standort aufgenommen, inklusive tariflicher Anpassungen bzw. Gehaltserhöhungen. Weiter geht’s mit der Beschaffungsplanung, wie wird der Standort beliefert und welche zusätzlichen Kosten entstehen? Die Beschaffungskosten werden auch automatisch in Ihren Finanzplan aufgenommen und erstellen dort eine sachkontenbezogene Kostenstelle. Mit den eingespeisten Daten wechseln Sie in den Finance-Teil Ihrer Applikation und können jetzt für den neuen Standort eine GuV simulieren. Schauen Sie sich den Forecast an, waren Sie zu optimistisch? Passen Sie die Prognose etwas an, heutzutage weiß man ja nie, simulieren Sie ruhig mal den Worst-Case. Der Worst-Case wäre ruinös? Glück gehabt – passen Sie halt die Parameter etwas an, vielleicht reicht ja etwas weniger Fläche? Parameter ändern, Daten importieren, Forecast simulieren – wiederholen.

Ihre Analysen und Forecasts können Sie jetzt direkt aus der Applikation heraus berichten und im nächsten Board-Meeting präsentieren. Ich schätze Sie sehen schon, welchen Wert eine integrierte Planung mit Forecasts in einem High-Risk Szenario haben kann, aber natürlich greift der Mehrwert immer wenn Sie planen, analysieren oder berichten wollen.

Fazit: Integrierte Unternehmensplanung fetzt!

Eine Integrierte Unternehmensplanung sorgt dafür, dass Sie sich auf Ereignisse einstellen können und agieren, anstatt zu reagieren. Mit flexiblen Framework-Lösungen als Software-Basis kann jeder Betriebsablauf abgebildet werden. Sprechen Sie uns dazu gern mal an.

integrierte Unternehmensplanung wie im Uhrwerk
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